Bahnhöfe Heimberg und Oberdiessbach 2004

Ausgeführte Arbeiten

Eine Aussenwand hat bekanntlich verschiedene Funktionen.
Wetterschutz und Tragfunktion, Begrenzung und Temperierung des Inneren, und Identitätsvermittlung. Die Besonderheit der beschriebenen Bahnhofstrukturen liegt darin, dass mit dem hier verwendeten Porenbeton alle nötigen Anforderungen an die Aussenwand von ein und demselben Material übernommen werden sollen.

Die Wände sind in einem Porenleichtbeton ausgeführt, welcher mit mas-
sivem Luftporengehalt und Ersatz des normalen Zuschlags durch Schaum-
glasschotter isoliert, eine zusätzliche Isolation fällt weg. Die guten Isolationswerte werden erkauft durch Herabsetzung der rheologischen und mechanischen Materialkennwerte auf das Niveau von Fichtenholz.

Das Dach ist in Brettstapelbauweise ausgeführt, ausschlaggebend hierfür waren der gelungene ästhetische Aspekt und die gesuchte, kurze Bauzeit.

Abschliessend beurteilen wir die Bauweise als befriedigend. Sehr über zeugt hat die sehr kurze Bauzeit. Nur teilweise erfüllt der Beton die an ihn gestellten ästhetischen Anforderungen, die Aussenhaut entspricht nicht dem gewohnten Resultat eines gepflegten Sichtbeton-Bauprozesses. Die statischen Anforderungen, gestellt durch das weit auskragende Vordach, können keinesfalls durch den nur schwach bewehrbaren Beton übernommen werden, hierfür haben wir geschweisste Stahlfachwerke einbetoniert.

Architekten:
0815 Architekten, Biel

Ingenieure:
Tschopp Ingenieure GmbH